Städtebauliches Konzept
Derzeit wird im Auftrag der Stadt Augsburg der Bebauungsplan für das Gebiet Dierig-Gelände entwickelt.
Das, von der Jungen Werkstatt angemietete Gebäude, liegt auf dem Firmengelände der Firma Dierig, die angemieteten Hallen sind Teil eines Hallen- und Lagerkomplexes, die Flächen sind an verschiedene Firmen vermietet.
Bestand:
Im Westen schließt das Gebäude der Spedition Dachser, direkt an die angemietete Werkstatt an. Das Gebäude ist als Lager und für die An- und Ablieferungen von Waren durch Lastkraftwagen genutzt.
Im Osten liegt eine interne Erschließungsstraße, anschließend ist der Sportkreisel in einer denkmalgeschützten Halle eingemietet.
Im Norden befindet sich, durch eine weitere Erschließungsstraße abgetrennt, eine eingeschossige Halle mit der Nutzung durch einen Lagerverkauf.
Im Süden schließt das gemietete Gebäude an einen Gebäudekomplex an.
Bebauungsplan:
Entsprechend den städtebaulichen Entwurfsüberlegungen soll innerhalb des Quartiers die bestehende Zweibrückenstraße, nördlich entlang der angemieteten Werkstatt, durch das Dierig-Gelände verlängert werden. Der Bebauungsplan sieht eine zweispurige Straße mit Fuß-/Radweg und Grünstreifen vor. Diese Veränderung würde für die angemieteten Flächen eine geänderte Erschließung und den Wegfall der Stellplätze bedeuten.
Nördlich der neuen Erschließungsstraße entsteht ein Mischgebiet, weiter nördlich ist ein reines Wohngebiet geplant.
Räumliches Konzept
Das Werkstattgebäude besteht aus Erdgeschoss und Untergeschoss, im Erdgeschoss soll die Schreinerwerkstatt und der Bürobereich einziehen, das Untergeschoss ist für die Malerwerkstatt, den Sanitär- und Umkleidebereich vorgesehen. Die neu hinzugefügten not-wendigen Elemente, wie Vordach, Bürobox für Schreinermeister und neue Außentreppe für die Malerwerkstatt sollen zum einen so geplant werden, dass diese von den eigenen Mitarbeitern ausgeführt werden können, zum anderen sollen die hinzugefügten Elemente klar als neue Elemente erkennbar sein (Material, Form, Farbe).
Das Gebäude soll für einen optimalen Ablauf von Werkstatt- und Büro- bzw. Seminarbetrieb umgebaut werden, dazu sind folgende Eingriffe notwendig:
Eingangssituation, Erschließung
Die beiden bestehenden Eingänge werden zu einem Haupteingang zusammengefasst, der über das Treppenhaus in das Erdgeschoss führt. Das Durchgangszimmer wird aufgelöst und als erweitertes Treppenhaus, Ausstellungsfläche und Wartebereich genutzt. Über das Treppenhaus gelangt man durch eine neue Treppenhaustüre in die Schreinerwerkstatt im Erdgeschoss oder in den Flur im Untergeschoss. Der Büro- und Seminarbereich ist über das erweiterte Treppenhaus und einen breiten Flur, der als Kommunikationsfläche genutzt werden kann, erschlossen.
Der neue Haupteingang wird durch eine Stufenanlage und ein neues Vordach eindeutig definiert.
Erschließung Malerwerkstatt
Eine Außentreppe an der Westseite des Gebäudes wurde zugunsten der LKW-Anlieferung des Nachbargebäudes verfüllt, diese Treppe kann durch die Anliefertätigkeit nicht mehr aktiviert werden, so das der Lichtschacht bis zur Gebäudekante verlängert wird und eine Treppe mit seitlicher Fahrspur geschaffen wird.
Das Geländer bzw. die Aufmauerung sollen, wie der Windfang als neues Element erkennbar sein.
Fassade
Es wird vorgeschlagen die vorhandene, beschädigte Eternitverkleidung an der Westfassade durch großformatige Platten zu ersetzten, ggf. kann die Unterkonstruktion erhalten bleiben.
Die Nord- und Ostfassade sind momentan als verputzte Flächen ausgeführt, jedoch sind einige Fehlstellen in der Putzfläche zu erkennen die überarbeitet werden müssen.
Werkstatt Erdgeschoss
Es ist geplant die vorhandene Werkstatthalle zu unterteilen, vom Hauptraum wird ein Bankraum, ein Schleifraum und ein Meisterbüro abgeteilt.
Die hinzugefügten Räume sind so angeordnet, dass Verkehrswege, An-/Ablieferung und Stellflächen für Maschinen sinnvoll zusammenspielen.
Bürobox Werkstatt
Die zwei Arbeitsplätze der Schreinermeister werden als neues Element in die Schreinerwerkstatt im Erdgeschoss eingestellt. Die Bürobox soll von den Mitarbeitern der Schreinerei hergestellt und mit Holzwerkstoff verkleidet werden. Die Sichtverbindung für die Meister in die Werkstatt ist durch über Eck laufende Fenster gegeben.
Büro-/Seminarbereich
Das zweite Büro wird neben dem bestehenden Büroraum an der Nordfassade angegliedert, dies ist die einzig mögliche Positionierung, da so die natürliche Belüftung und Belichtung erfolgen kann.
Der Seminar-/Pausenraum vergrößert sich um die Teeküche und wird durch ein zusätzliches Fenster optimal belichtet. Der Seminarraum kann durch zwei neue Zugangstüren und eine flexible Trennwand in zwei kleine Seminarräume unterteilt und getrennt erschlossen werden.
Die Teeküche gliedert sich direkt an den Seminarraum an und ist über eine Durchreiche oder eine Türe direkt verbunden. Die Teeküche wird über den Büroflur erschlossen.
Die F90-Trennwand zum Lager bleibt bestehen, die Räume (Teeküche, Büromateriallager und Besprechungsraum) werden vom Lagerraum mit einer neuen F90-Wand abgetrennt. Das Besprechungszimmer befindet sich an keiner Außenwand und soll deshalb mit Holz-/Glaswänden vom Büroflur abgetrennt werden, um den Raum natürlich zu belichten.
Sanitärräume Untergeschoss
Die Sanitärräume im Untergeschoss wurden im vorliegenden Entwurf neu organisiert und alle Sanitärgegenstände, Boden- und Wandbeläge komplett erneuert. Die massiven Innen-wände des Sanitärkerns können erhalten werden, abgebrochen werden die später hinzu-gefügten Leichtbauwände. Die Umkleidekabinen, WC’s und Waschräume werden über-sichtlich geordnet.
Werkstatt Untergeschoss
Durch die vorhandene und gewünschte Raumtrennung von Übungs- und Schleifraum werden im Schleifraum die, durch die Arbeitsstättenverordnung geforderten Belichtungsflächen nicht erfüllt. Um die Forderung zu erfüllen kann erstens der Übungs- und Schleifraum zusammengefasst werden oder zweitens die Türöffnung vergrößert und verglast werden.