Städtebauliches Konzept
Das Grundstück befindet sich im Norden von Dresden an der Königsbrücker Landstraße, einer der wichtigsten Ausfallstraßen, mit einer Anbindung über die Karl-Marx-Straße an den Dresdner Flughafen. Das Baugelände liegt am Randbereich der Dresdner Heide, einem bedeutenden Naturschutzgebiet, und wird bereits als Alten- und Pflegeheim genutzt. Auf dem Grundstück stehen großwüchsige Eichen, Tannen und Kiefernbäume und vereinzelte Birkenbäume.
Die Grundstücksorientierung in Süd-Ost-Richtung, die stark befahrene Straße im Nordwesten der teilweise erhaltenswerte Baumbestand (Eichen und Birken), der Grundstückszuschnitt, die Obstbaumwiese, die bestehenden Baukörperstellungen sowie die zunehmende Pflegebedürftigkeit und Demenz der Bewohner bilden die wesentlichen Parameter der entwickelten Neubauplanung.
Die Geschossanzahl und die Geschossausbildung (T-Form, Teilunterkellerung, etc.) sowie die kompakte Baukörperstellung mit der Ausrichtung der Bewohnerzimmer nach Osten, Süden, Westen ist das Ergebnis dieser Wahrnehmung.
Der schützenswerte Baumbestand bleibt erhalten. Das geplante Pultdach über den Wohngruppen sowie die verbindenden Flachdachteile ermöglichen eine straffe, kompakte, in sich geschlossene Grundrissform und nehmen höhenmäßig Bezug auf die vorhandene Bebauung.
Den Haupteingang des Neubaues erreicht man über einen halböffentlichen Vorplatz im Nordosten, der über den bestehenden Forstweg von der Königsbrücker Landstraße erschlossen wird.
Die Erschließung des Wirtschaftshofes erfolgt über die gleiche Zufahrtsstraße.
Die benötigten Stellplätze liegen auf einem zentralen gemeinsamen Parkplatz. Nur die notwendigen Behindertenstellplätze befinden sich direkt in der Nähe des Haupteinganges.
Die geplante Tagespflege befindet sich im Westflügel und besitzt einen eigenen Vorplatz, der von der Königsbrücker Landstraße über die bestehende Zufahrt gut einsehbar ist.
Raumkonzept
Im Erdgeschoss befinden sich der Zentralbereich mit dem Haupteingang des Pflegeheimes und einem Foyer mit direkten Ausgängen zu den Gärten im Osten und Westen, die Verwaltung, die Küche, der Speise- und Veranstaltungsraum für einen „offenen Mittagstisch“, der Andachtsraum, die Therapie- und Serviceräume, die auch als integrierte Altenbegegnungsstätte für ältere Bewohner aus der Nachbarschaft genutzt werden können, sowie die etwas eingegrabenen Lager- und Umkleideräume im Süden (entsprechend dem Geländeverlauf).
In den drei Obergeschossen liegen die Pflegestationen mit jeweils 27 Plätzen. Der hohe Anteil an Einzelzimmern mit eigenen Sanitärzellen (ca. 70 %) sowie die verschiedenen Aufenthaltsbereiche auf der Etage entsprechen den gewünschten Vorgaben der Gesamtkonzeption.
Der Wohn-, Eß- und Aufenthaltsbereich mit einer dazugehörigen „Wohnküche“ liegt zentral und orientiert sich nach Westen. Ein zusätzlicher Aufenthaltsraum in der südlichen Wohngruppe bietet die Möglichkeit eines Beschäftigungsangebotes auf der Etage und könnte auch als „Wohnzimmer“ für die Bewohner gesehen werden.
Die kompakte behindertengerechte Erschließung erfolgt über ein zentrales Haupttreppenhaus und einen Lift.
Ohne großen baulichen Aufwand kann das Heim auch für anderweitige Wohnformen (z. B. altengerechtes Wohnen o. ä.) genutzt werden. Jedes Einzelzimmer ist mit einer eigenen Sanitärzelle ausgestattet. Die geplanten Doppelzimmer besitzen eine gemeinsame Nasszelle und einen Vorraum.
Baukonstruktion
Die Tragkonstruktion besteht aus einem Schottenbau mit statisch notwendigen Aussteifungskernen. Die Außenwände sind als Massivwände mit mineralischem Vollwärmeschutz sowie als wärmegedämmte Holz-Glas-Fassade geplant.
Die flach geneigten Pultdächer (DN 8) über den Wohnbereichen sind als Kaltdächer mit einer Blecheindeckung geplant. Die großen Dachüberstände reduzieren optisch die Wandhöhe und schaffen eine gute Einbindung des kompakten Neubaus in die vorhandene Baustruktur.
Die Flachdachbereiche sind als Warmdächer mit einer extensiven Dachbegrünung geplant, um einerseits einen Ausgleich zu den versiegelten Flächen im Erdgeschoss sowie andererseits einen landschaftsplanerischen Übergang zur Dresdener Heide zu schaffen.
Grünkonzept
Die Erschließung des Geländes erfolgt über die Hauptzufahrt am Rennweg, eine Seitenstraße der Königsbrücker Landstraße.
Die vor dem Neubau befindliche Fläche ist dicht mit Bäumen bewachsen, dominierend sind Ahorn, Eichen und Buchen. Auf Grund fehlender Auslichtungsmaßnahmen stehen die Bäume dicht gedrängt und haben meist einseitige Kronen. Hier sollte ein über Jahre durchgeführtes behutsames Freistellen den wertvollen Buchen und Eichen die weitere Entwicklung ermöglichen. Der hainartige Charakter bleibt erhalten. In Verbindung mit dem Haupteingang entsteht ein kleiner Sitzbereich.
Im Bereich zwischen dem Neubau und den beiden vorhandenen Gebäuden des Alten- und Pflegeheimkomplexes entsteht eine Anlage von Wegen und Sitzgelegenheiten sowie ein zentraler Aufenthalts- und Spazierbereich für die Heimbewohner und ihre Besucher.
Angegliedert an den Zentralen Bereich sind die beiden Terrassenflächen der Tagespflege und des Cafés vom Altenheim.
Der östliche Anteil der Gartenfläche ist als Geriatriegarten mit therapeutischen Einrichtungen (Brett- und Wasserspiele, etc.) geplant.
Spezielle Hochbeete ermöglichen die Begegnung mit der Pflanze vom Rollstuhl aus.
Nach Süden exponierte Sitzbereiche gestatten den Aufenthalt in der Sonne. Dies ist im ansonsten sehr von Bäumen beschatteten Gelände ein wichtiger Sinnesreiz. Die Obstwiese und auch der Rundweg bleiben erhalten.
Möglichkeiten der Tierhaltung sind weiterhin vorgesehen. Die Tiere sind vom Geriatriegarten wie auch vom zentralen Bereich aus erlebbar.